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Die Pomologie ist die Lehre von den Obstarten und Obstsorten und umfasst deren Bestimmung, Beschreibung, Empfehlung und Erhaltung.
Pomona ist die römische Göttin des Obst- und Gartenbaus.

Umfrage

Obstsortenerhaltungsprojekt im Pomologen-Verein:

Ein Netzwerk von Reservaten für bedrohte Raritäten alter Obstsorten
- Projektförderung durch die Heidehof Stiftung GmbH, Stuttgart -

Autoren:
Annette Braun-Lüllemann - Hohengandern
Jan Bade - Kaufungen

Biodiversität

 

Biodiversität

So schön kann Biodiversität sein! Damit die Vielfalt an Farben, Formen und Geschmäckern nicht verloren geht, engagiert sich der Pomologen-Verein mit dem hier vorgestellten Sortenerhaltungsprojekt, das durch die Heidehof Stiftung gefördert wird.

Foto: Michael Ruhnau

Die aktuelle Situation - Fünf nach Zwölf -
Jeden Winter zur Reiserschnittsaison dieselben Bilder: Man möchte noch von diesem und jenem Altbaum, der seit 70 oder mehr Jahren auf seinem angestammten Platz stand, ein paar Reiser schneiden, aber man kommt zu spät: Der Baum ist gefällt, das Stammholz sauber aufgeschichtet, die Äste bereits zum Osterfeuerberg geschafft. Auf einer Rundfahrt durch die heimische Region reichen die Finger beider Hände nicht aus, um die in diesem Jahr gerodeten alten Obstbäume zu zählen. Und irgendwann ist es immer der letzte Baum einer Sorte, der verschwindet.

Endzeitstimmung

 

Endzeitstimmung
am Mittelrhein im Januar 2012:

 Die letzten beiden Bäume einer "bekannten Unbekannten" - der Kirschsorte mit dem Arbeitstitel "Rintelner Ochsenherz" - sind gefallen!

Foto:
Annette Braun-Lüllemann

Aber es gibt auch Lichtblicke: Viele Pomologen-Vereinsmitglieder bemühen sich seit Jahren, seltene alte Sorten zu erhalten und haben z. T. umfangreiche Sortensammlungen aufgepflanzt. Doch bisher fehlte ein Überblick über die in diesen Sammlungen gesicherten Sorten.

Was wir wollen - Vorstellung des Projektaufbaus und der Projektziele
Um die im Pomologen-Verein bereits existierenden vielfältige Initiativen und Aktivitäten zur Sortenerhaltung zu koordinieren und damit dem rasanten Sortenschwund der letzten Jahrzehnte Einhalt zu gebieten, wurde das Obstsortenerhaltungsprojekt des Pomologen-Vereins (PV) gegründet.

Ziel des Projektes ist es, eine langfristige und dezentrale Erhaltung aller aktuell verfügbaren alten Obstsorten in Deutschland aufzubauen. Zu diesem Zweck werden geeignete Sammlungen von Mitgliedern zu einem Netzwerk von offiziellen PV-Erhaltungssammlungen zusammengeschlossen und in einer gemeinsamen Datenbank erfasst. Die Bäume dieser Sammlungen werden von Experten des PV auf ihre Sortenechtheit überprüft. Diese echtheits-zertifizierten Sorten können dann in Form von Edelreisermaterial an Interessierte abgegeben werden. Desweiteren sollen koordinierte Neuanpflanzungen in bestehenden und neu entstehenden Sammlungen erfolgen, in denen bisher noch nirgends gesicherte Sorten aufgepflanzt werden. Langfristiges Ziel ist es, jede Sorte mit vier Bäumen an mindestens zwei Standorten zu sichern.

Erhaltungspflanzung

 

 

 

 

Erhalterpflanzung
des Pomologen-Vereins in Nordhessen: Viele "bekannte Unbekannte" sind hier auf Hochstämmen gesichert.

Foto: Jan Bade

 

Die Finanzierung
Das Projekt wird aktuell von der Heidehof Stiftung für einen Zeitraum von zwei Jahren bis Ende des Jahres 2012 gefördert, wofür wir uns an dieser Stelle noch mal herzlich bedanken möchten. Durch diese Finanzierung ist es möglich, unseren langfristigen Projektzielen, insbesondere der Umsetzung der Datenbank und den Echtheitsüberprüfungen, bis Ende dieses Jahres schon ein großes Stück näher zu kommen.
Nach Projektende werden die Arbeiten intern durch den Pomologen-Verein weiterfinanziert. Wesentliche Projektarbeiten wurden und werden ehrenamtlich durchgeführt.

Prioritätensetzung bei der Sortenauswahl
- Gefährdete Sorten und die "Bekannten Unbekannten"
Die Zahl der bisher aktuell verfügbaren alten Obstsorten ist so hoch, dass die Sicherung aller dieser Sorten ein langfristiger Prozess sein wird. Da die Anzahl der bisher verfügbaren Pflanzplätze begrenzt ist, müssen hier Prioritäten gesetzt werden. Prioritär wird die Aufnahme sehr seltener Sorten verfolgt , die bisher noch nirgends gesichert sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung von Sorten, die oft überregional verbreitet sind, die wir bisher namentlich aber nicht zuordnen können. Sie werden bisher üblicherweise als „Unbekannte“ bezeichnet, obwohl es sich oft um alte Bekannte handelt, bei denen nur der pomologische Name unbekannt ist. Gerade bei diesen Sorten ist der Handlungsbedarf sehr groß, da sie kaum in Sammlungen aufgenommen, geschweige denn von Baumschulen vertrieben werden.

 Um eine sinnvolle Erhaltung dieser Sorten zu ermöglichen, werden im Rahmen der von uns für die Sortenechtheitskontrolle zuständigen Pomologischen Kommission für diese „bekannten Unbekannten“ Arbeitstitel vergeben. Diese dienen dazu, sich auch überregional untereinander über diese Sorten verständigen zu können und bei einer späteren Identifizierung die Namenszuweisung zu erleichtern.

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Augustbirne Waldhof

 

 

Waldhof

Die Suche nach dem verlorenen Namen: Die "Augustbirne Waldhof" (Arbeitstitel), eine "bekannte Unbekannte" von einem ca. 100-jährigen Baum in Kassel, die interessanterweise auch in Schweden vorkommt.

Foto: Jan Bade

Ein Kernpunkt der Erhaltung:
Die Gewährleistung der Sortenechtheit
Eines unser Hauptanliegen ist es, die erhaltenen Sorten wieder zu verbreiten und zu diesem Zweck Reiser abzugeben. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Echtheit der Sorten überprüft wurde.

Diese Prüfung der PV-Erhaltungssammlungen erfolgt nach den Kriterien des vom Verein aufgestellten „Sortenechtheitszertifikats“: Für ein Zertifikat müssen je nach Obstart zwei bzw. drei Sortenbestimmer der vom Verein ins Leben gerufenen Pomologischen Kommission unabhängig voneinander den Namen der Sorte bestätigen. Damit werden hier konsequentermaßen die Maßstäbe, die wir für das extern vergebene Sortenechtheitszertifikat festgesetzt haben, auch bei unserer vereinsinternen Sortenerhaltung angelegt. Die Reiserabgabe erfolgt nur von geprüften sortenechten Bäumen.

Die Organisationstruktur:
Aufgabe der Koordinatoren
Die Gesamtkoordination wird von der Koordinationsstelle des Sortenerhaltungsprojektes, Jan Bade und Annette Braun-Lüllemann durchgeführt (Kontakt s.u.). Aufgabe der Koordinationsstelle ist u. a. die vertragliche Abwicklung und Betreuung der Sammlungsinhaber, die Entwicklung der Datenbank sowie die Organisation der Echtheitsüberprüfungen in den Sammlungen.

Daneben sind drei Obstarten-Koordinatoren für die Hauptobstarten zuständig: Sabine Fortak koordiniert die Obstart Apfel, Jan Bade die Birne und Annette Braun-Lüllemann das Steinobst sowie die übrigen Obstarten. Unterstützt werden die Kernobstkoordinatoren in ihrer Arbeit durch Jens Meyer. Die Obstarten-Koordinatoren pflegen die Daten der Bäume der jeweiligen Obstarten der Erhaltungssammlungen, erarbeiten Prioritätenlisten für die Aufnahme der noch nicht gesicherten Sorten und beschaffen Reisermaterial seltener Sorten für die Neuaufpflanzungen in den Erhaltersammlungen. Hierzu werden auch externe Sammlungen (auch im angrenzenden Ausland) gesichtet, da dort öfter noch Sorten erhalten werden, die bei uns als verschollen gelten.

 

Das ist geschafft - bisher durchgeführte Projektarbeiten

Aufbau der Netzwerkstrukturen
In einer zweistufigen Umfrage wurden die Mitglieder gebeten, Informationen über die von ihnen erhaltenen Obstsorten an die Koordinationsstelle des PV (s. u.) zu melden. Aus den gemeldeten Daten wurden die Sammlungen ausgewählt, die aufgrund Ihres Sortenspektrums und ihrer Sortenanzahl als offizielle Erhaltungssammlungen des PV geeignet erschienen. Die Besitzer wurden angefragt, ob sie sich als offizielle Sortenerhalter des PV zur Verfügung stellen würden. Bei positiver Entscheidung wurde die Zusammenarbeit zwischen Erhaltern und PV vertraglich festgelegt. Aktuell umfasst das Erhalternetzwerk 25 Sammlungen.

Überprüfungen der Sammlungen auf Sortenechtheit
In der Fruchtsaison des letzten Jahres erfolgten die Echtheitsüberprüfungen der ersten offiziell vertraglich festgelegten Erhaltungssammlungen. Der Schwerpunkt lag hier auf der Kernobstüberprüfung (Apfel und Birne), da aufgrund schwerer Spätfröste beim Steinobst in den betreffenden Sammlungen z. T. Totalausfälle des Fruchtbehangs zu verzeichnen waren. Die Sammlung und Überprüfung der Fruchtproben erfolgte durch Mitglieder der Pomologischen Kommission des PV, die sich zu diesem Zweck mehrfach in der Fruchtsaison trafen.

Konzeption und Umsetzung einer Datenbank
Parallel zu diesen Arbeiten wird die Datenbank konzipiert. Hierzu wurde ein Experte engagiert, der bereits Erfahrungen in der Erstellung von Datenbanken genetischer Ressourcen besitzt. Es war ursprünglich geplant nur eine Datenbank für die Erhalterdaten zu erstellen. Aufgrund der Förderung durch die Heidehof Stiftung wurde die Zielsetzung erweitert, so dass aktuell eine Datenbank entwickelt wird, die auch Sortenbeschreibungsdaten aufnehmen kann. Die Vorgaben für die Grob- und Feinstruktur der Datenbank sowie die Auswahl der erhalter- und merkmalsbezogenen Daten wurde und wird durch die Koordinatoren des Sortenerhaltungsprojektes sowie die Experten für die einzelnen Obstarten durchgeführt. Die Datenbankmaske ist nach wie vor in der Entstehungsphase und soll bis zum Ende des Förderzeitraumes fertig gestellt sein.

 

Das liegt noch vor uns
Ausblick auf die geplanten Arbeiten 2012 und darüber hinaus

Aktuell wird die Koordination der Erhaltung von Sorten durchgeführt, die bisher noch nicht oder nicht ausreichend gesichert sind. Hierzu wird Edelreisermaterial an Sammlungsinhaber oder Baumschulen abgegeben, die die Baumanzucht übernehmen.

Schwerpunkt im Jahr 2012 werden die noch ausstehenden Echtheitsüberprüfungen in den Erhaltungspflanzungen sowie die Weiterentwicklung der Datenbank sein. Das Erhalternetzwerk des PV wird kontinuierlich erweitert, wenn Besitzer interessanter Sammlungen diese für das Projekt zur Verfügung stellen. Daher werden auch die Echtheitsüberprüfungen und die Pflege der Datenbank vom PV kontinuierlich auch über das Ende der Finanzierung durch die Heidehof Stiftung hinaus weitergeführt werden.

 

Aufruf: Machen Sie mit!

Wenn Sie selber eine Sammlung mit mindestens 30 Obstbäumen verschiedener Sorten besitzen und noch nicht in unserem Netzwerk eingebunden sind, machen Sie mit! Ebenfalls freuen wir uns über die Meldung geplanter Neupflanzungen.

Zwischen dem Pomologen-Verein und den Sammlungsinhabern wird ein Vertrag geschlossen, die die Zusammenarbeit regelt:

Wir bieten (natürlich kostenlos):

  • die Sortenechtheitskontrolle ihrer Obstbäume
  • die Vermittlung von Reisern oder Bäumen seltener Sorten, die in keiner Baumschule verfügbar sind (bitte dabei bedenken: die Anzucht von Obstbäumen hat einen zeitlichen Vorlauf; bei Reiserschnitt im Winter stehen i.d.R. im darauf folgenden Herbst die fertigen Bäume zur Verfügung).
  • eine Beratung zu Sortenfragen
  • die Möglichkeit den Baumbestand Ihrer Sammlungen innerhalb einer Datenbank selbstständig zu verwalten
  • ein Zertifikat, dass Sie als offiziellen Partner im Sortenerhaltungsnetzwerk des Pomologen -Vereins ausweist
  • ein Emailleschild, mit dem Sie Ihre Sammlung öffentlichkeitswirksam präsentieren können
  • eine Überprüfung ihrer Sammlungen auf Gesundheits- und Pflegezustand sowie eine Beratung bei diesbezüglichen Fragen

Wir erwarten:

  • die Bereitschaft die Echtheitsprüfung ihrer Sorten zu unterstützen und durchführen zu lassen
  • die Bereitschaft zur Reiserabgabe nach erfolgter Echtheitsprüfung (für die Reiserabgabe können Sie ein Entgelt nach einem festgelegten Gebührensatz berechnen)
  • die Gewährleistung einer regelmäßigen Pflege der Bäume und des Unterwuchses
  • die rechtzeitige Information im Falle der Gefährdung der Sammlung durch Krankheiten oder Schädlinge sowie im Falle einer Vertragskündigung, damit gefährdete Sorten in andere Sammlungen übernommen werden können
  • eine möglichst langfristige Ausrichtung Ihrer Sammlungen
     

Wir würden uns freuen, wenn sich auch weiterhin möglichst viele Mitglieder  entschließen könnten, ihre Sammlungen als PV-Erhaltungssammlungen zur Verfügung zu stellen!

Kontakt zur Koordinationsstelle des Sortenerhaltungsprojektes:
Jan Bade, Tel: 05605-800775, jahiba@gmx.de
Annette Braun-Lüllemann, Tel.: 036081-60589, braun-luellemann@t-online.de

 


Weitere Mitstreiter bei der AG Sortenerhalt sind herzlich willkommen.
Bitte bei den Autoren melden:
Jan Bade, Tel: 05605-800727, jahiba@gmx.de 
Annette Braun-Lüllemann, Tel.: 036081-60589, braun-luellemann@t-online.de 

Umfrage und Fragebogen als Word-Datei


Aktion Apfelblütenland

 

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